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Was geht in jemanden vor, der sich den sehnlichsten Wunsch, von anderen anerkannt zu werden, immer wieder selbst zerstört? Sie ist allein, niemand will mit ihr zu tun haben, sie fühlt sich ständig wie das Opfer. Alle Menschen sind böse. Alle außer ihr. Sie ist das arme kleine Mädchen, das total unschuldig ist und für rein gar nichts etwas kann. Jeder ist angeblich so gemein zu ihr, niemand ist nett. Man schubst uns schikaniert sie. Warum? Sie kann es nicht sagen. Sie sagt, dass sie nie irgendwas macht. Sie geht auf Leute zu und wird sofort fertig gemacht.

Doch ist die Frage: Welche Leute sucht sie sich aus? In einem Indie-Club hat sie einen süßen Typen kennen gelernt. Sie zeigt mir ein MySpace-Foto von ihm. Oh meine Güte! Ein Milchbubi!! Ich frage sie, wie alt er ist, er sieht ja so unglaublich jung aus. "Da steht sein Alter: 20." 20? Zwanzig?!? Sie könnte fast schon seine Mutter sein! Sie geht auf die 40 zu, hat die ersten grauen Haare. Was zur Hölle will sie von einem 20ährigen? Sie weint. Ich sei ja so grob zu ihr. Ich entschuldige mich für meinen Ton, aber nicht für meine Einstellung. Gut, jedem sein Fetisch, ne? Aber sie ist zu wählerisch, fühlt sich wie eine 17jährige und will dementsprechend einen jungen Hüpfer. "Der ist so süß. Er hört die selbe Musik wie ich. Ist das nicht toll?" Äh... ja. Sehr schön. "Weiß er, dass du ihn süß findest?" "Nein, spinnst du? Das sag ich ihm doch nicht!" Die beiden hatten sich einfach so unterhalten. Er wollte nur über Musik reden, sie hat sich Hals über Kopf in ein halbes Kind verliebt. Na toll. "Nächste Woche ist wieder dieser Indie-Abend. Ich gehe hin, er wird auch da sein. Er ist immer da, sagt er."

Eine Woche später. Sie hat dicke verheulte Augen. Ich frage, was los ist. "Er will nix von mir!" Wen wundert es? "Er schwärmt für so eine Blondine." In seinem Alter, versteht sich. "Wieso hat er mir das nicht vorher gesagt? Jetzt habe ich mir all diese Hoffnungen gemacht. Und dieses Mixtape kann ich ja nun in die Mülltonne werfen". Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Sowas wie: "Das hättest du dir denken können!" würde meinen Tod bedeuten. Oder ihren. Ich halte sie für stark selbstmord-gefärdet. Daher sage ich nichts, sondern schaue auf dieses Mixtape. Es ist eher eine CD, deren Cover ein selbstgezeichneter Hase ziert. Würde ich es nicht besser wissen, würde ich glauben, es wäre von einem Kindergarten-Kind gemalt worden. Sie heult weiter und erzählt mir von all ihren geplatzen Zukunftsträumen.

Das sind also die "gemeinen" Leute? Sie macht Jugendlichen durch ihre Schwärmereien Angst und meint dann, dass ja kein Mensch was mit ihr zu tun haben will. Keiner würde sie mögen oder ihr sonstwie nahe stehen wollen. Ich frage sie, warum sie es nicht mit gleichaltrigen Männern versucht. Aber sie flippt aus: "Die sind alle so eklig!". Okay, wer verallgemeinert und so ein schlechtes Weltbild hat, darf sich über nichts wundern. Sag ich aber nicht, sondern verschwinde wortlos.

1.6.09 17:54


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Mensch, sie geht mir so auf die Nerven. Sie ist fast so alt wie meine Mutter, benimmt sich aber immernoch wie ein Kleinkind. Jaja, es stimmt schon: Menschen, die das Kindsein total vergessen haben, sind langweilige Spießer. Aber Menschen, die mit 40 immernoch nicht allein in dieser Gesellschaft zurecht kommen würden, haben einfach ein größeres Problem.

Ja, es gibt sie tatsächlich, diese Leute, die mit 40 noch Jungfrau sind, weil sie Angst vor Menschen haben. Gut, immer wieder das Herz gebrochen zu bekommen, immer wueder verarscht zu werden ist sicherlich nicht einfach. Aber wenn man doch selber merkt, dass man so verklemmt ist, dass man jeden Menschen abwehrt, den Kontakt ganz verweigert, dann sollte man sich doch Hilfe holen. Sie merkt selber, dass sie Hilfe braucht, tut aber nix. Sie liegt lieber hilflos auf dem Boden und wartet, bis man auf sie zukommt. Das wird aber niemals was werden. Wer hilft schon einem Fremden, der einen hysterisch anschreit, wenn man ihm zu nahe kommt? Keiner.

Ja, und so kommt's, dass sie mit 40 noch bei Mutter wohnt, noch nie gearbeitet hat und erzählt, wie anstrengend ihr Leben ist. Und wenn man sie fragt, was sie so den lieben langen Tag gemacht hat, heißt es immer "Hm... ich habe bis 14 Uhr gepennt, ne DVD geguckt, gekocht, bisschen aufgeräumt und jetzt ist der Tag irgendwie rum. bin müde." Müde wovon? Andere Menschen machen dasselbe und arbeiten zusätzlich 8 Stunden!! Die 1 bis 2 Stunden Weg zur Arbeit bzw. wieder nach Hause sind da ja nicht mal berücksichtigt.

Sie redet immer wie eine 16jährige "Irgendwann will ich mal arbeiten. Aber ich glaube, so einen normalen Bürojob kann ich nicht machen. Viel zu spießig. Ich wäre ja lieber Freiberuflerin. Schriftstellerin oder Musikerin oder so." Ja, sie lebt in ihrer Traumwelt. Einen "richtigen" Job wird sie eh niemals bekommen. Und dieses Freiberufler-Dasein hätte sie doch längst starten können. Zeit hat sie en masse. Sie könnte Musik machen oder ein Buch schreiben. Tut sie nicht. Warum? Weil es ihr Herz gerade nicht verträgt. Aha... wann fängt ihr Herz an, es zu vertragen? Man weiß es nicht genau.

Wenn man ihr sagt, dass sie nicht mehr die Jüngste ist und es auch nicht mehr werden wird, sprich: dass sie JETZT anfangen muss, sich ins Zeug zu legen, um irgendwann nochmal selbständig sein zu können, dann fängt sie an zu weinen. Sie brauche ja Hilfe etc. Ja Mensch, wie soll man ihr helfen? Man legt ihr schon Zeitungsinserate vor die Nase, man arrangiert ihr Vorstellungsgespräche, aber alles was danach kommt, muss sie selber in die Hand nehmen. Die Bewerbungen muss sie selber schreiben, zu den Vorstellungsgesprächen muss sie selber hin. Aber sie kann es nicht. Sie kriegt einen Nervenzusammenbruch. Oder sie fängt gar nicht erst an.

So, wie sie momentan lebt, kann es nicht mehr lange weitergehen. Es ist eine Teifelsspirale, und sie ist fast unten angekommen. Ihre Mutter ist nicht mehr die Jüngste. Wenn sie also irgendwann stirbt, was wird aus ihrer Tochter? Ich weiß, dass ich eine der Leute sein werde, die sie um Hilfe bitten wird, aber ich werde ihr nicht helfen können. Vielleicht werde ich es nicht mal wollen.

4.1.09 19:09


Ich kenne eine Stalkerin

Sie ist so ein Stalker. Ekelhaft. Ich wusste gar nicht, dass sie da solche Fähigkeiten besitzt. Dass sie extrem neugierig ist, hab ich ja schon immer gewusst, aber dass sie, um diese zu stillen, Grenzen überschreitet, die nicht zu überschreiten sind, hätte ich irgendwie nicht erwartet.

Sie hat jemanden vor einigen Wochen kennengelernt. Naja, was heißt "kennengelernt"? Sie hat sich mit ihm unterhalten. Mehr nicht. Nur oberflächlich über Musik. Sie konnte nicht mal seinen Namen in Erfahrung bringen. Nach nur wenigen Stunden trennten sich die beiden. Er blieb dort, sie fuhr nach Hause, ans andere Ende Deutschlands.

Nun ist sie frustriert. Sie glaubt, sich verliebt zu haben. Dabei kennt sie ihn eigentlich nicht. Ja, in der kurzen Zeit kann man das ja auch nicht. Höchstens sehen, dass er süß aussieht und nen tollen Musikgeschmack hat. Und dass er gern Beck's trinkt. Aber sie ist so. Fährt eh nur auf Oberflächlichkeiten ab. Würde nie was mit nem Typen anfangen, der nicht ihrem Beuteschema entspricht.

"Toll, ich weiß nicht mal wie er heißt, wo er wohnt und überhaupt... Wie soll ich ihn denn jemals wieder treffen? Keine Handynummer, keine Email-Adresse. Nix. Nicht mal sein Alter." Nein, sie versucht nicht, das Ganze nur als einen tollen Flirt zu sehen. Sie ist verliebt und will ihn um jeden Preis "haben". Und dann macht sie sich auf die Suche. Recht schnell ist sie erfolgreich, wie ich überrascht feststellen muss. Wie sie das gemacht hat? Keine Ahnung. Ich will es nicht wissen. Ich finde das gruselig.

"Guck mal. So sieht seine MySpace-Seite aus! Er macht sogar selber Musik. Cool, was? Und jetzt weiß ich sogar seinen Namen. Da steht er. Und sein Alter. Und dann hier... guck mal all seine Fotos!" AAAAAH, ICH WILL DAS NICHT SEHEN! ICH WILL DAS NICHT WISSEN! AAAAAAH! Es geht mich einen Scheißdreck an, Mann! 

Und dann erzählt sie mir Sachen über ihn, die unmöglich auf seinem MySpace-Profil stehen können. Erfindet sie das Ganze jetzt oder hat sie weiter geschnüffelt?? Jeden Tag hat sie neue Infos über ihn und muss sie mir erzählen. Dass ich das alles nicht wissen will, interessiert hier nicht. Neue Bilder findet sie Tag für Tag. Sie scheint alles über ihn zu wissen. Nur seine Adresse nicht. "Guck mal, hier auf der Seite ist sogar sein Perso zu sehen. Cool, was? Leider kann man die Adresse nicht entziffern. Aber das kriege ich schon hin."

Gruselig. Gruselig. Verdammt gruselig!!! Was will sie mit seiner Adresse??? Das frage ich sie natürlich auch. Sie ist beleidigt. "Glaubst du etwa, ich stehe dann irgendwann vor seiner Tür??? Sowas mach ich nicht. Ich will einfach nur wissen, wo er wohnt." Aha, was bringt es ihr zu wissen, wenn er, sagen wir mal, in der Bergstraße 45 in einem Kaff am anderen Ende Deutschlands wohnt? Genau: nix. Außer... moment. Google Maps. Dann weiß sie, was das für ne Gegend ist, welche Farbe das Hausdach hat und alles, was man sonst wissen muss. Nein, halt. Sie wird dann wissen müssen, welche Etage es ist, was man so ja nicht erkennen kann. Und dann wird sie weiter suchen, bis sie auch das weiß. Und sie wird einfach nicht mehr aufhören. Sie will dann plötzlich wissen, wie seine Wohnung eingerichtet ist, zu welchem Friseur er geht, was er morgens zum Frühstück isst, wie hoch sein Blutdruck ist, wieviele Plomben er hat, wovon er nachts träumt, was er gerade denkt, ...

Zwischenzeitlich hat sie zwar nicht sie Adresse ausfindig machen können, dafür aber, dass er scheinbar eine Freundin hat. "Guck mal, die Schlampe da auf den Fotos! Der Arsch hat ne Freundin!". Sie hat Tränen in den Augen. "Eine Freundin!!! Weißt du, was das heißt??" Äh, nö. Was denn? "Er hat mich betrogen!" Oh was? Betrogen? Was habe ich verpasst?? Keine Ahnung. Sie ist durchgedreht, ist kurz vorm Ausrasten. Und ich habe Angst. Angst vor ihr. Sie ist ein fieser Stalker und reitet sich irgendwo rein. Fehlt nur noch, dass sie ihm jetzt Droh-Mails schickt, da er sie nicht liebt sondern diese "Schlampe". Und so, wie ihr Gemütszustand aussieht, lässt das Ganze nicht mehr lang auf sich warten...

10.11.08 08:54


Teufelskreis

Irgendwie bin ich ja schon gefühlskalt. Ich wurde so oft belogen, betrogen, verarscht. Irgendwann fängt man an, allen Menschen skeptischer gegenüber zu stehen. Man kann ihnen nicht trauen, da man nicht in ihre Köpfe schauen kann. Den Worten "Ich meine es ernst. Ich meine es nur gut mit dir" kann man keinen Glauben schenken, da man genau diese zu oft gehört hat, ohne dass sie jemals gestimmt haben.

Natürlich ist nicht jeder ein Arschloch. Nicht jeder lügt und will mir weh tun. Aber wenn man das Ganze mal statistisch betrachtet, hat der größte Teil der Menschen, die ich kannte, gelogen. Also wird es wohl in Zukunft auch so passieren. Rein mathemathisch gesehen ist es also das beste, wenn ich jedem skeptisch gegenüber stehe. Dass ich ihnen damit unrecht tue ist unwahrscheinlicher, als dass sie mir weh tun.

Und so habe ich über die Monate (oder Jahre?) gelernt, Abstand zu halten. Eigentlich will ich Nähe. Eigentlich will ich jemanden, der mich nachts im Bett wärmt, der mit mir Sachen erlebt, übr die wir später reden können, jemand, der mich einfach mag so wie ich bin. Aber ich kann nicht mehr. Die Angst, verletzt zu werden ist größer als die Angst, zu vereinsamen. Dadurch wirke ich nach und nach immer kälter und abweisender, sodass dann eh keiner mehr Interesse an mir hat. Und so nimmt irgendwann alles sein wohl bitteres Ende. Damit lebe ich. Versuche es zumindest.

14.10.08 17:30


"Ich bin eine Anarchin!"

Im letzten Beitrag schrieb ich noch darüber, wie sie mich im Hilfe bat, weil sie mit ihrem verkackten Leben nicht zurecht kommt. Sie hat nie gearbeitet, war nie krankenversichert, hat keinen Cent in den Rententopf gezahlt. Sie lebt auf Kosten ihrer Mutter und das mit 40! Kein Wunder, dass sie jetzt so ein bisschen Panik bekam. Ihre Mutter wird alt, kann sie nicht ewig durchfüttern. Irgendwann stirbt die Frau und dann? Was macht sie dann?

Und nu hat sie in kürzester Zeit mal eben ihre Meinung auf radikalste Weise geändert. Sie sei stolz auf ihre Lebensweise. Nur wenige wie sie schaffen es, sich dem System ganz abzuwenden und Vollblut-Anarchin zu sein. Oha? "Vollblutanarchin"? Sie gehe nicht zum Arzt, weil sie das System scheiße fände. Ärzte verdienen doch zu viel. Was sie nicht sieht: Sie geht nicht zum Arzt, weil sie nicht krankenversichert ist. Sie hat dauernd Wehwehchen und jammert, dass sie eigentlich mal zum Onkel Doc müsste. Aber nein, das mache sie so mit Absicht, denn: Sie könne es nicht verstehen, dass man nur behandelt wird, wenn man zahlt. Okay... Ärzte sollen behandeln ohne einen Cent zu verdienen. Die arbeiten teilweise 24-Stunden-Schichten und sollen dafür nix bekommen?? Oder wer soll den Scheiß zahlen? Der Staat? Okay, gern, wenn die Steuern erhöht werden. Und sie als Arbeitslose bezahlt ja eh keine... *gähn* seh schlau durchdacht, Mädchen.

Und dann die Sache, dass sie fett lebt mit all ihren Konsumgütern: DVDs, CDs, Bücher, dicker PC, schicke Möbel, immer fettes Essen, warme Heizung, moderne Klamotten, Dach überm Kopf. Finanziert von Mutti.  Was ist daran Anarchisch? Anarchie = Schmarotzertum? Nee, so weit ich weiß, ist das so eigentlich nicht gedacht...

Wer hat ihr denn in die Birne geschissen? Ich erkenn das Mädel nicht wieder. Plätzlich habe ich einen Ekel vor mir selbst, dass ich sie "Freundin" nenne. Nein, mit solchen Menschen will ich nix zu tun haben.

Oder ist das ein Zeichen dafür, dass sie durch ihr verkacktes Leben nun endgültig abdreht? Und schon wieder schaff ich es, mir Sorgen zumachen, obwohl ich ihr eigentlich eher nen Tritt in den Arsch geben sollte.

7.8.08 15:57


Was macht man...

... wenn man sein Leben total verkackt hat? Wenn man als Jugendlichr noch nicht die realistische Weltansicht hatte? Wenn man die Schule abbricht mit der Überzeugung, dass das in die Wiege gelegte Talent zum Überleben ausreicht? Wenn die Eltern nix dagegen unternehmen? Wenn die Familie daheim kaputt ist? Wenn man es nicht rechtzeitig schafft, die Kurve zu kratzen? Wenn man mit 40 noch immer bei der Mutter hockt und noch nie nen richtigen Job hatte? Wenn die Mutter bald in Rente geht und ihre Tochter nicht mehr ernähren kann? Wenn die Tochter zu große Komplexe hat, mal zum Sozialamt zu gehen?

Was zur Hölle macht man, wenn man sein Leben derart verkackt hat und zu schwach ist, zu seinen Fehlern zu stehen? Wenn man zu schwach ist, aus diesem Teufelskreis zu springen?

Und verdammt noch mal: Was macht man, wenn dieses 40jährige große Kind eine Art Freundin von dir ist und dich um Hilfe bittet? Was soll ich machen, wenn sie sich nicht selbst helfen "kann" (oder eher will)? Kann mir das irgendeiner sagen? Hm??

Ich bin überfordert, schreie sie an, verletze sie. Sie solle doch gefälligst ihren Arsch hochkriegen und zum Sozialamt gehen. "Nein, kann ich nicht. Die gucken mich doof an, weil ich 40 bin und noch bei meiner Mutter lebe und noch nie gearbeitet habe. Dann werd ich wieder einen Heulanfall bekommen." Verdammt! Darüber hättest du vor 20 Jahren denken müssen!!!!

Und überhaupt? Was hat sie für eine Mutter, die das alles duldet, statt ihr mal nen Arschtritt zu geben? Eine Mutter, die selbst ein psychisches Wrack ist und immernoch nicht über den Terror ihres alkoholkranken Ex-Mannes hinweg ist. Nach 20 Jahren.

Ja, mein Verhalten ist unfair. Sie kann nix dafür. Sie ist ein einer kaputten Familie großgeworden und nun mit 40 ein Wrack ohne selbst wirklich gelebt zu haben. Ihre Mutter ist ihr ein und alles. Sie braucht Hilfe. Aber nicht von mir. Ich muss mein Leben selbst erst mal ordnen. Irgendwie.

Was also tut man in meiner Situation am besten? 

 

3.8.08 16:03


Freundschaften sind so zerbrechlich...

Was macht man, wenn man dabei zugucken kann, wie eine Freundschaft zerbröselt? Wenn jeder Versuch, es zu verhindern, nach hinten losgeht?

Ich fange am besten mal von vorne an: K. ist 35 Jahre alt. Ich habe sie vor etwa anderthalb Jahren kennen gelernt. Damals eher oberflächlich, ich kannte eigentlich nur ihren Namen. Über ihren Charakter konnte ich nicht viel sagen, da sie ziemlich scheu war. Wir redeten kaum miteinander. Ab und zu redete sie mal über die ein oder andere Musikband oder über das Essen. Aber ich war mir nie sicher, ob sie mit mir redete oder ob sie solche Dinge nur einfach in den Raum hineinsagte. Es war zwar oft niemand anderes da, den sie meinen konnte, aber ich selbst hab mich auch nicht unbedingt angesprochen gefühlt. Sie guckte mich nicht an und sagte zusammenhangslose Dinge, die kaum ein Gesprächsversuch sein konnten. Taugten höchstens zum Selbstgespräch. Aber ich bin ja auch nicht anders. Ich bin ein Asperger. Hab Probleme, andere anzusprechen. Und wenn ich es schaffe, dann kann ich ihnen kaum in die Augen schauen. Wenn ich also rede, halten es die meisten wohl auch für ein Selbstgespräch. Und obwohl ich in dem Moment eine gravierende Ähnlichkeit zwischen uns sah und somit die Chance mal jemanden zu finden, der mich versteht und mich nicht immer doof anguckt, habe ich die Chance nicht genutzt. Ich blieb weiterhin auf Distanz, so wie sie. Aber unsympathisch fanden wir beide uns sicherlich nie. Irgendwann, quasi durch Zufall, kamen wir uns näher. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie es passierte, was der ausschlaggebende Punkt dafür war, aber plötzlich redeten wir richtig miteinander. Mann, was waren wir uns ähnlich. Wir machten die selben dämlichen Versprecher, lachten über die selben albernen Witze und hatten insgesamt eine ähnliche Denkweise. Das alles bemerkten wir schon nach 10 Minuten und vertieften das in den nächsten Wochen.

Als ich Kummer hatte, weil mein Freund mich aufs Übelste verarscht hatte, heulte ich mit ihr. Bei ihr rissen da wohl irgendwie alte Wunden auf. Sie musste an ihre verflossene Liebschaft denken, die immerhin schon seit fast einem Jahr vorbei war. Wir weinten zusammen, litten zusammen. Doch irgendwann ist es einfach gut. Man muss sich aufraffen, nach vorn gucken. Und rational betrachtet waren beide Typen dämliche Kröten. Jemand, der einen so behandelt, kann keinen guten Charakter haben. Und einem schlechten Menschen sollte man nicht hinterherheulen. Das zu erkennen hat bei mir ja schon lange gedauert. Man muss zu oft an die schönen gemeinsamen Stunden denken, die nun für immer vorbei sind. Aber auch ich habe es irgendwann überwunden. Halbwegs zumindest. Heute noch gibt es einsame Momente, wo ich ihn vermisse. Wo ich einige Tränen verliere und mir so sehr wünsche, das alles wäre nie so passiert. Aber kurz darauf ist es gut und ich kann wieder lachen.

Doch bei K. sieht das anders aus. Sie hatte eigentlich nie über ihren Ex geredet. Nie wegen ihm geweint oder sonstige Anzeichen von Liebeskummer gehabt. Bis dann meine Kummer-Zeit kam. Da fing es bei ihr wieder an. Ich dachte, es höre bei ihr bald wieder auf. Tat es aber nicht. Ich bin nach all den Monaten fertig mit der Sache, aber bei ihr scheint es immer schlimmer zu werden. Sie weint nicht nur wegen ihm. Manchmal bekommt sie Aggressionen und stalkt ihm hinterher. Sie schreibt ihm böse Mails. In manchen droht sie ihm sogar. Dann wiederum tut sie so, als seien sie noch zusammen und schickt ihm zum Geburtstag und Weihnachten Geschenke. Sie will einfach nicht wahrhaben, dass es schon lange aus ist und glaubt, sie könne ihn zwingen, wieder zurückzukehren.

Ich habe oft mit ihr darüber geredet; versucht ihr zu erklären, dass sie mit jeder Aktion alles nur noch schlimmer macht. Aber sie schaltet auf stur. Sie macht weiter, um sich, ihm, der ganzen Welt zu zeigen, wie sehr sie ihn liebt. Sie macht ihn kaputt. Sie macht sich kaputt und alles um sie herum. Sie macht unsere Freundschaft kaputt. Denn sie redet plötzlich über nix anderes. Nur noch über ihn. Sie redet und jammert, flucht und heult. Und ich kann nicht mehr zuhören. Jeden Tag die selben Geschichten. Jeden Tag dieses Selbstmitleid. Ich versuche, das Thema zu wechseln. Vergebens. Also versuch ich, mit ihr mal darüber zu reden, wie ich das sehe. Aber es bringt nix. Sie ist beleidigt, weil ich ihr angeblich in den Rücken falle. Als Freundin soll ich doch bitte zu ihr halten. Zu ihr, die zu einem monströsen Stalker mutiert? Nein, kann ich nicht. Ich kann höchstens verhindern, dass es wirklich schlimm wird. Ich versuche sie wachzurütteln, ihr klar zu machen, dass es schon lange aus ist, dass es überall schöne Männer gibt, aber sie macht dicht. Sie will ihn. Koste es was es wolle. Und wenn es unsere Freundschaft ist.

Wie soll ich damit umgehen?

18.6.08 10:41


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