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Der böse Zwilling erwacht

So, da ist er, mein Blog. Wofür ich ihn habe? Naja, es gibt Dinge, die ich nicht jedem erzählen kann, die aber erzählt werden sollen. Viele Menschen in meinem Umkreis sind überempfindich und vertragen keine Kritik. Oder sie sehen Kritik, wo gar keine ist. Wo ich z.B. vielleicht nur etwas feststelle und dann rumphilosophiere. Oder ich erwähne Dinge aus meinem Leben, auf die dann Fragen von diesen Leuten folgen. "Wieso hast du das gemacht?" Ich hab keine Lust, denen mein komplettes Leben zu erklären und mich ständig rechtfertigen zu müssen. So skandalös ist mein Leben doch eigentlich nicht. Aber dennoch gibt es Dinge, die einfach raus aus mir müssen. Ich könnte ja Tagebuch schreiben und es dann unter meinem Bett verstecken. Aber... nö. Ich blogge lieber.
Und wer soll es lesen? Na, Menschen wie... DU!
14.6.08 16:25


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Freundschaften sind so zerbrechlich...

Was macht man, wenn man dabei zugucken kann, wie eine Freundschaft zerbröselt? Wenn jeder Versuch, es zu verhindern, nach hinten losgeht?

Ich fange am besten mal von vorne an: K. ist 35 Jahre alt. Ich habe sie vor etwa anderthalb Jahren kennen gelernt. Damals eher oberflächlich, ich kannte eigentlich nur ihren Namen. Über ihren Charakter konnte ich nicht viel sagen, da sie ziemlich scheu war. Wir redeten kaum miteinander. Ab und zu redete sie mal über die ein oder andere Musikband oder über das Essen. Aber ich war mir nie sicher, ob sie mit mir redete oder ob sie solche Dinge nur einfach in den Raum hineinsagte. Es war zwar oft niemand anderes da, den sie meinen konnte, aber ich selbst hab mich auch nicht unbedingt angesprochen gefühlt. Sie guckte mich nicht an und sagte zusammenhangslose Dinge, die kaum ein Gesprächsversuch sein konnten. Taugten höchstens zum Selbstgespräch. Aber ich bin ja auch nicht anders. Ich bin ein Asperger. Hab Probleme, andere anzusprechen. Und wenn ich es schaffe, dann kann ich ihnen kaum in die Augen schauen. Wenn ich also rede, halten es die meisten wohl auch für ein Selbstgespräch. Und obwohl ich in dem Moment eine gravierende Ähnlichkeit zwischen uns sah und somit die Chance mal jemanden zu finden, der mich versteht und mich nicht immer doof anguckt, habe ich die Chance nicht genutzt. Ich blieb weiterhin auf Distanz, so wie sie. Aber unsympathisch fanden wir beide uns sicherlich nie. Irgendwann, quasi durch Zufall, kamen wir uns näher. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie es passierte, was der ausschlaggebende Punkt dafür war, aber plötzlich redeten wir richtig miteinander. Mann, was waren wir uns ähnlich. Wir machten die selben dämlichen Versprecher, lachten über die selben albernen Witze und hatten insgesamt eine ähnliche Denkweise. Das alles bemerkten wir schon nach 10 Minuten und vertieften das in den nächsten Wochen.

Als ich Kummer hatte, weil mein Freund mich aufs Übelste verarscht hatte, heulte ich mit ihr. Bei ihr rissen da wohl irgendwie alte Wunden auf. Sie musste an ihre verflossene Liebschaft denken, die immerhin schon seit fast einem Jahr vorbei war. Wir weinten zusammen, litten zusammen. Doch irgendwann ist es einfach gut. Man muss sich aufraffen, nach vorn gucken. Und rational betrachtet waren beide Typen dämliche Kröten. Jemand, der einen so behandelt, kann keinen guten Charakter haben. Und einem schlechten Menschen sollte man nicht hinterherheulen. Das zu erkennen hat bei mir ja schon lange gedauert. Man muss zu oft an die schönen gemeinsamen Stunden denken, die nun für immer vorbei sind. Aber auch ich habe es irgendwann überwunden. Halbwegs zumindest. Heute noch gibt es einsame Momente, wo ich ihn vermisse. Wo ich einige Tränen verliere und mir so sehr wünsche, das alles wäre nie so passiert. Aber kurz darauf ist es gut und ich kann wieder lachen.

Doch bei K. sieht das anders aus. Sie hatte eigentlich nie über ihren Ex geredet. Nie wegen ihm geweint oder sonstige Anzeichen von Liebeskummer gehabt. Bis dann meine Kummer-Zeit kam. Da fing es bei ihr wieder an. Ich dachte, es höre bei ihr bald wieder auf. Tat es aber nicht. Ich bin nach all den Monaten fertig mit der Sache, aber bei ihr scheint es immer schlimmer zu werden. Sie weint nicht nur wegen ihm. Manchmal bekommt sie Aggressionen und stalkt ihm hinterher. Sie schreibt ihm böse Mails. In manchen droht sie ihm sogar. Dann wiederum tut sie so, als seien sie noch zusammen und schickt ihm zum Geburtstag und Weihnachten Geschenke. Sie will einfach nicht wahrhaben, dass es schon lange aus ist und glaubt, sie könne ihn zwingen, wieder zurückzukehren.

Ich habe oft mit ihr darüber geredet; versucht ihr zu erklären, dass sie mit jeder Aktion alles nur noch schlimmer macht. Aber sie schaltet auf stur. Sie macht weiter, um sich, ihm, der ganzen Welt zu zeigen, wie sehr sie ihn liebt. Sie macht ihn kaputt. Sie macht sich kaputt und alles um sie herum. Sie macht unsere Freundschaft kaputt. Denn sie redet plötzlich über nix anderes. Nur noch über ihn. Sie redet und jammert, flucht und heult. Und ich kann nicht mehr zuhören. Jeden Tag die selben Geschichten. Jeden Tag dieses Selbstmitleid. Ich versuche, das Thema zu wechseln. Vergebens. Also versuch ich, mit ihr mal darüber zu reden, wie ich das sehe. Aber es bringt nix. Sie ist beleidigt, weil ich ihr angeblich in den Rücken falle. Als Freundin soll ich doch bitte zu ihr halten. Zu ihr, die zu einem monströsen Stalker mutiert? Nein, kann ich nicht. Ich kann höchstens verhindern, dass es wirklich schlimm wird. Ich versuche sie wachzurütteln, ihr klar zu machen, dass es schon lange aus ist, dass es überall schöne Männer gibt, aber sie macht dicht. Sie will ihn. Koste es was es wolle. Und wenn es unsere Freundschaft ist.

Wie soll ich damit umgehen?

18.6.08 10:41





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