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Was macht man...

... wenn man sein Leben total verkackt hat? Wenn man als Jugendlichr noch nicht die realistische Weltansicht hatte? Wenn man die Schule abbricht mit der Überzeugung, dass das in die Wiege gelegte Talent zum Überleben ausreicht? Wenn die Eltern nix dagegen unternehmen? Wenn die Familie daheim kaputt ist? Wenn man es nicht rechtzeitig schafft, die Kurve zu kratzen? Wenn man mit 40 noch immer bei der Mutter hockt und noch nie nen richtigen Job hatte? Wenn die Mutter bald in Rente geht und ihre Tochter nicht mehr ernähren kann? Wenn die Tochter zu große Komplexe hat, mal zum Sozialamt zu gehen?

Was zur Hölle macht man, wenn man sein Leben derart verkackt hat und zu schwach ist, zu seinen Fehlern zu stehen? Wenn man zu schwach ist, aus diesem Teufelskreis zu springen?

Und verdammt noch mal: Was macht man, wenn dieses 40jährige große Kind eine Art Freundin von dir ist und dich um Hilfe bittet? Was soll ich machen, wenn sie sich nicht selbst helfen "kann" (oder eher will)? Kann mir das irgendeiner sagen? Hm??

Ich bin überfordert, schreie sie an, verletze sie. Sie solle doch gefälligst ihren Arsch hochkriegen und zum Sozialamt gehen. "Nein, kann ich nicht. Die gucken mich doof an, weil ich 40 bin und noch bei meiner Mutter lebe und noch nie gearbeitet habe. Dann werd ich wieder einen Heulanfall bekommen." Verdammt! Darüber hättest du vor 20 Jahren denken müssen!!!!

Und überhaupt? Was hat sie für eine Mutter, die das alles duldet, statt ihr mal nen Arschtritt zu geben? Eine Mutter, die selbst ein psychisches Wrack ist und immernoch nicht über den Terror ihres alkoholkranken Ex-Mannes hinweg ist. Nach 20 Jahren.

Ja, mein Verhalten ist unfair. Sie kann nix dafür. Sie ist ein einer kaputten Familie großgeworden und nun mit 40 ein Wrack ohne selbst wirklich gelebt zu haben. Ihre Mutter ist ihr ein und alles. Sie braucht Hilfe. Aber nicht von mir. Ich muss mein Leben selbst erst mal ordnen. Irgendwie.

Was also tut man in meiner Situation am besten? 

 

3.8.08 16:03


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"Ich bin eine Anarchin!"

Im letzten Beitrag schrieb ich noch darüber, wie sie mich im Hilfe bat, weil sie mit ihrem verkackten Leben nicht zurecht kommt. Sie hat nie gearbeitet, war nie krankenversichert, hat keinen Cent in den Rententopf gezahlt. Sie lebt auf Kosten ihrer Mutter und das mit 40! Kein Wunder, dass sie jetzt so ein bisschen Panik bekam. Ihre Mutter wird alt, kann sie nicht ewig durchfüttern. Irgendwann stirbt die Frau und dann? Was macht sie dann?

Und nu hat sie in kürzester Zeit mal eben ihre Meinung auf radikalste Weise geändert. Sie sei stolz auf ihre Lebensweise. Nur wenige wie sie schaffen es, sich dem System ganz abzuwenden und Vollblut-Anarchin zu sein. Oha? "Vollblutanarchin"? Sie gehe nicht zum Arzt, weil sie das System scheiße fände. Ärzte verdienen doch zu viel. Was sie nicht sieht: Sie geht nicht zum Arzt, weil sie nicht krankenversichert ist. Sie hat dauernd Wehwehchen und jammert, dass sie eigentlich mal zum Onkel Doc müsste. Aber nein, das mache sie so mit Absicht, denn: Sie könne es nicht verstehen, dass man nur behandelt wird, wenn man zahlt. Okay... Ärzte sollen behandeln ohne einen Cent zu verdienen. Die arbeiten teilweise 24-Stunden-Schichten und sollen dafür nix bekommen?? Oder wer soll den Scheiß zahlen? Der Staat? Okay, gern, wenn die Steuern erhöht werden. Und sie als Arbeitslose bezahlt ja eh keine... *gähn* seh schlau durchdacht, Mädchen.

Und dann die Sache, dass sie fett lebt mit all ihren Konsumgütern: DVDs, CDs, Bücher, dicker PC, schicke Möbel, immer fettes Essen, warme Heizung, moderne Klamotten, Dach überm Kopf. Finanziert von Mutti.  Was ist daran Anarchisch? Anarchie = Schmarotzertum? Nee, so weit ich weiß, ist das so eigentlich nicht gedacht...

Wer hat ihr denn in die Birne geschissen? Ich erkenn das Mädel nicht wieder. Plätzlich habe ich einen Ekel vor mir selbst, dass ich sie "Freundin" nenne. Nein, mit solchen Menschen will ich nix zu tun haben.

Oder ist das ein Zeichen dafür, dass sie durch ihr verkacktes Leben nun endgültig abdreht? Und schon wieder schaff ich es, mir Sorgen zumachen, obwohl ich ihr eigentlich eher nen Tritt in den Arsch geben sollte.

7.8.08 15:57





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