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Mensch, sie geht mir so auf die Nerven. Sie ist fast so alt wie meine Mutter, benimmt sich aber immernoch wie ein Kleinkind. Jaja, es stimmt schon: Menschen, die das Kindsein total vergessen haben, sind langweilige Spießer. Aber Menschen, die mit 40 immernoch nicht allein in dieser Gesellschaft zurecht kommen würden, haben einfach ein größeres Problem.

Ja, es gibt sie tatsächlich, diese Leute, die mit 40 noch Jungfrau sind, weil sie Angst vor Menschen haben. Gut, immer wieder das Herz gebrochen zu bekommen, immer wueder verarscht zu werden ist sicherlich nicht einfach. Aber wenn man doch selber merkt, dass man so verklemmt ist, dass man jeden Menschen abwehrt, den Kontakt ganz verweigert, dann sollte man sich doch Hilfe holen. Sie merkt selber, dass sie Hilfe braucht, tut aber nix. Sie liegt lieber hilflos auf dem Boden und wartet, bis man auf sie zukommt. Das wird aber niemals was werden. Wer hilft schon einem Fremden, der einen hysterisch anschreit, wenn man ihm zu nahe kommt? Keiner.

Ja, und so kommt's, dass sie mit 40 noch bei Mutter wohnt, noch nie gearbeitet hat und erzählt, wie anstrengend ihr Leben ist. Und wenn man sie fragt, was sie so den lieben langen Tag gemacht hat, heißt es immer "Hm... ich habe bis 14 Uhr gepennt, ne DVD geguckt, gekocht, bisschen aufgeräumt und jetzt ist der Tag irgendwie rum. bin müde." Müde wovon? Andere Menschen machen dasselbe und arbeiten zusätzlich 8 Stunden!! Die 1 bis 2 Stunden Weg zur Arbeit bzw. wieder nach Hause sind da ja nicht mal berücksichtigt.

Sie redet immer wie eine 16jährige "Irgendwann will ich mal arbeiten. Aber ich glaube, so einen normalen Bürojob kann ich nicht machen. Viel zu spießig. Ich wäre ja lieber Freiberuflerin. Schriftstellerin oder Musikerin oder so." Ja, sie lebt in ihrer Traumwelt. Einen "richtigen" Job wird sie eh niemals bekommen. Und dieses Freiberufler-Dasein hätte sie doch längst starten können. Zeit hat sie en masse. Sie könnte Musik machen oder ein Buch schreiben. Tut sie nicht. Warum? Weil es ihr Herz gerade nicht verträgt. Aha... wann fängt ihr Herz an, es zu vertragen? Man weiß es nicht genau.

Wenn man ihr sagt, dass sie nicht mehr die Jüngste ist und es auch nicht mehr werden wird, sprich: dass sie JETZT anfangen muss, sich ins Zeug zu legen, um irgendwann nochmal selbständig sein zu können, dann fängt sie an zu weinen. Sie brauche ja Hilfe etc. Ja Mensch, wie soll man ihr helfen? Man legt ihr schon Zeitungsinserate vor die Nase, man arrangiert ihr Vorstellungsgespräche, aber alles was danach kommt, muss sie selber in die Hand nehmen. Die Bewerbungen muss sie selber schreiben, zu den Vorstellungsgesprächen muss sie selber hin. Aber sie kann es nicht. Sie kriegt einen Nervenzusammenbruch. Oder sie fängt gar nicht erst an.

So, wie sie momentan lebt, kann es nicht mehr lange weitergehen. Es ist eine Teifelsspirale, und sie ist fast unten angekommen. Ihre Mutter ist nicht mehr die Jüngste. Wenn sie also irgendwann stirbt, was wird aus ihrer Tochter? Ich weiß, dass ich eine der Leute sein werde, die sie um Hilfe bitten wird, aber ich werde ihr nicht helfen können. Vielleicht werde ich es nicht mal wollen.

4.1.09 19:09


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